Mit einem Foto einer Obdachlosen, die Vogue ließt, hat Elisabeth von Thurn und Taxis die Emotionen in Wallung gebracht und einen Shitstorm losgetreten.

Wenn der schöne Schein auf die Abgründe des Lebens trifft, ist der Skandal offenbar nicht weit. Auf jeden Fall ist Prinzessin Elisabeth von Thurn und Taxis, von der bekannt ist, dass sie das gute Leben liebt und durch Geburt und Profession (sie ist Moderedakteurin bei der Vogue), sich dieses auch leisten kann, die Pointe gründlich misslungen. Dick eingepackt sitzt in Paris während der Fashionweek eine Obdachlose zwischen ihrer Habseligkeiten und liest die Vogue – ein Schnappschuss, den sich wohl kein professioneller Fotograf entgehen lassen würde.

Aber Elisabeth von Thurn und Taxis ist eben nicht nur Moderedakteurin, sondern auch Prinzessin (und damit qua Geburt diesen niederen Sphären des Lebens erhoben), partyliebendes Society Girl und bei der Vogue, dem Flaggschiff der oberflächlichen Welt der Luxusmode, welches daher unter besonders strenger Beobachtung steht. Verstärkt wurde der Eindruck einer „Geschmacklosigkeit“ durch den leichtfertigen, gedankenlosen Kommentar, der wahrscheinlich schnell ins Smartphone getippt wurde: „Paris ist voller Überraschungen – und von Vogue-Lesern in unvermuteten Ecken.“

Folge waren Schlagzeilen wie diese vom amerikanischen Modeblog Fashionista: „The German princess continues to show how out of touch she is.“ Und deutsche Medien wie der Stern zogen nach: „Fürsten-Spross macht sich über Obdachlose lustig“ . Als die mediale Empörungsmaschine einmal in Fahrt aufgenommen hatte, nutzte es auch nichts mehr, dass Elisabeth von Thurn und Taxis das Foto schon wenige Stunden nach Veröffentlichung wieder löschte und sich öffentlich für ihren „Fehltritt“ entschuldigte.

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